Blick auf die Ostsee vor der Leuchtturminsel Schleimünde, © Förde Fräulein© Förde Fräulein

13. September 2019

Am Ufer der Schlei die Zeit ver­ges­sen

Seit meinem ersten Besuch vor einigen Jahren habe ich mich bei jedem weiteren Ausflug neu in die zauberhafte Region am Ostseefjord Schlei verliebt. Die kleinen verträumten Dörfer, die wild-romantische Natur und die maritime Atmosphäre am Wasser – sobald ich hier ankomme, scheint die Zeit beinahe stehen zu bleiben.

Einige meiner liebsten Plätze und Ausflugs-Highlights an der Schlei habe ich hier für euch zusammengestellt. Natürlich ist die Liste der sehenswerten Orte noch um einiges länger, aber wenn euch der kleine Vorgeschmack genauso begeistert wie mich, entdeckt ihr den Rest am besten einfach selbst…

Außenansicht Töpferei in Arnis, © Förde Fräulein© Förde FräuleinKlein aber fein: Arnis, die kleinste Stadt Deutschlands

Gerade einmal 300 Einwohner leben hier, auf einer Halbinsel in der Schlei, nicht weit entfernt von Kappeln. Und trotzdem darf sich das kleine Idyll, das übrigens auch per Fähre erreichbar ist, „Stadt“ nennen. Genau genommen findet man hier auch alles, was eine Stadt eben ausmacht: Mehrere Restaurants, eine Bäckerei, eine kleine Butik, eine Rum Hökerei und weitere charmante Lädchen. Das Auto muss man als Besucher allerdings auf dem Parkplatz am Ortseingang stehen lassen – was bei der Größe des Ortes aber kein Problem ist. Zu Fuß schlendert man die von hochgewachsenen Bäumen gesäumte Hauptstraße entlang, wobei man die dicht an dicht gereihten bunten Häuschen begutachten kann. Wer aufmerksam ist und einen der versteckten Geheimwege abseits der Straße entdeckt, sollte hier unbedingt einen kleinen Abstecher machen. Mit etwas Glück erhascht man von dort aus nämlich einen Blick in einen der hübschen Gärten, in denen wild gewachsene Rosensträucher und liebevoll angelegte Gemüsebeete zu entdecken sind.

Der Stadttitel wurde Arnis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts verliehen – Grund dafür war die damalige Bevölkerungsdichte und die wirtschaftliche Bedeutung für Fischer und Werften. Sowohl der Titel als auch die maritime Atmosphäre sind dem verträumten Städtchen bis heute erhalten geblieben.

Kappeln – maritimes Flair zwischen Schlei und Ostsee

Knapp fünf Kilometer nördlich von Arnis befindet sich eine weitere Perle am Ufer der Schlei: Die Hafenstadt Kappeln. In Richtung Ostsee sind es von hier nur knapp zehn Minuten mit dem Auto oder 30 Minuten per Fahrrad. Eine Besonderheit der Stadt ist die Klappbrücke, die direkt ins Ortszentrum und zur Hafenkante führt. Einmal pro Stunde öffnet sie ihre Flügel für durchfahrende Schiffe. Vor allem der süße Hafen und die romantische Altstadt haben mich verzaubert, aber auch in der Umgebung gibt es einiges zu erkunden:

Blick auf die Ostsee vor der Leuchtturminsel Schleimünde, © Förde Fräulein© Förde Fräulein1. Die Lotseninsel Schleimünde

Vor der Kulisse eines bilderbuchreifen, grün-weiß-gestreiften Leuchtturms trifft hier der Ostseefjord Schlei auf das offene Meer. Nach einem Spaziergang über den angrenzenden, kurzen Strandabschnitt oder entlang der Mole des Sportboothafens, könnt ihr euch in einem gemütlichen Strandkorb unter schattenspendenden Bäumen ausruhen. Oder ihr gönnt euch noch eine kleine Stärkung in der Gastwirtschaft nebenan. Erreichen könnt ihr das idyllische Kleinod am besten per Ausflugsdampfer, der die Lotseninsel mehrfach am Tag ansteuert. Ein wenig flexibler seid ihr natürlich, wenn ihr mit dem eigenen bzw. ausgeliehenen Segelboot oder Kajak an der Insel festmacht.

2. Eine Fahrt mit dem Ausflugsdampfer

Auf die Schiffe, die auch an der Lotseninsel Halt machen, könnt ihr direkt in Kappeln zusteigen. Die Fahrt führt über Maasholm bis nach Schleimünde, vorbei an typisch norddeutschen Reetdachhäusern, kleinen Bootsanlegern und malerischer Natur. Vom Schiff aus könnt ihr euch außerdem ein genaueres Bild von den Heringszäunen vor Kappeln machen – hierfür ist die Stadt nämlich bekannt. So sehr sogar, dass dem über 600 Jahre alten Zaun und seiner „Beute“ ein Fest gewidmet wurde: Die Heringstage, die jedes Jahr an Himmelfahrt stattfinden.

3. Die niedliche Altstadt und die Mühle Amanda

In den Straßen und Gassen der Kappelner Altstadt könnte ich Stunden verbringen! Zwischen pastellfarbenen Hausfassaden, die wild mit bunten Blumen berankt sind, tauchen immer wieder kleine Lädchen mit liebevoll dekorierten Schaufenstern auf. In den netten Cafés und Restaurants findet man das ein oder andere Plätzchen zum Verweilen.

Ebenfalls in der Altstadt befindet sich die Mühle Amanda. Sie wurde 1990 zum Kulturdenkmal ernannt und gilt als eines der Wahrzeichen Kappelns. Wenn ihr hier vorbei kommt, werft am besten auch einen Blick in das Innere der alten Windmühle. Von der Galerie aus habt ihr eine tolle Aussicht über die Stadt! Falls ihr in der Ferne etwas Interessantes entdeckt, seid ihr direkt am richtigen Ort, um Genaueres darüber zu erfahren – in dem historischen Gebäude befindet sich nämlich die lokale Tourist-Info.

Innenansicht Café Schwansen in Kappeln, © Förde Fräulein© Förde Fräulein4. Torte, Tapas und Fischbrötchen

Wer viel erkundet, wird irgendwann hungrig – daher hier noch ein paar Einkehr-Tipps für euch:

Süße Tortenträume werden auf der Halbinsel Schwansen zwischen Kappeln und Eckernförde wahr. Hier, in einem ehemaligen Bauernhaus am Ende einer von Bäumen gesäumten Straße, liegt das Café Schwansen. In dem gemütlichen, maritim gestalteten Gastraum könnt ihr hausgebackene Torten oder ein leckeres Frühstück genießen. Bei schönem Wetter lädt die Terrasse inmitten des blühenden Gartens zu einem sonnigen Päuschen ein.

Direkt am Hafen von Kappeln, in einem historischen Speicherhaus, befindet sich eine mediterrane Oase: Die Tapas-Bar Hafenheimat, wo feine entspannte Lebensart auf skandinavisch-mediterranes Design trifft. Auf kunterbunten Tellern serviert, könnt ihr hier frische Spezialitäten aus der Region in Form von Tapas genießen - Urlaubsfeeling inklusive!

Wer das typisch norddeutsche Erlebnis sucht, ist in der Aal- und Fischräucherei Föh richtig. Hier gibt’s fangfrischen und geräucherten Fisch, knackige Fischbrötchen und viele weitere Fisch-Spezialitäten. Ihr erkennt die Räucherei, die nur wenige Meter vom Schiffsanleger entfernt ist, an dem – wie ich finde – sehr passenden Reklame-Schild: „Sage Kappeln nie adieu, ohne einen Aal von Föh“.

Für Entdecker und Genießer – die Wikingerstadt Schleswig

Die Stadt an der Spitze des Ostseefjord Schlei ist vor allem für ihre bewegte Wikinger-Vergangenheit bekannt. Doch Schleswig allein darauf zu reduzieren, würde dem vielfältigen Ort und seiner Umgebung nicht gerecht werden – denn sehenswerte Ausflugsziele gibt es hier wie Sand am Meer. Um euch einen ersten Eindruck von der Gegend zu vermitteln, folgt eine kleine Auswahl an besonders schönen Ausflugszielen:

Straßenzug im Fischerviertel Holm in Schleswig, © Förde Fräulein© Förde Fräulein1. Die Fischersiedlung Holm

Der Name „Holm“, welcher ursprünglich aus dem norddeutschen bzw. Dänischen stammt und übersetzt „kleine Insel“ bedeutet, passt auch heute noch perfekt zu dem vor circa 1000 Jahren entstandenen Stadtviertel. Wie eine kleine, verträumte Insel aus einer anderen Welt liegt es, nicht weit entfernt vom Hafen, am Rande der Stadt. Pittoreske Häuschen, mit Rosen berankte Fassaden, liebevoll dekorierte Sprossenfenster und Haustüren in Bonbonfarben eignen sich nicht nur wunderbar als Fotomotiv, sondern auch zum Tagträumen bei einem entspannten Spaziergang.

2. Die Museumsinsel Schloss Gottorf

Vom Mittelalter bis zur Gegenwart – im imposanten Schloss Gottorf befindet sich das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, das von der bewegten Vergangenheit Schleswig-Holsteins erzählt. Aber nicht nur die Ausstellung im Inneren ist sehenswert, sondern auch das Schloss selbst und der dazugehörige Barockgarten. Letzterer liegt am Ende einer 300 Meter langen Allee und beherbergt eine weitere Besonderheit: Den Gottorfer Globus. In der originalgetreuen Nachbildung des ersten Planetariums der Geschichte könnt ihr den Sternenhimmel des 17. Jahrhunderts bestaunen, während sich die drei Meter große Konstruktion langsam um die eigene Achse dreht. Ein beeindruckendes Erlebnis!

Hof des Geschäfts Casa Eurabia in Schleswig, © Förde Fräulein© Förde Fräulein3. Schlendern und sich inspirieren lassen

Schleswig eignet sich super zum Bummeln und Stöbern! Liebevoll eingerichtete, inhabergeführte Geschäfte und individuelle Ateliers haben sich hier angesiedelt und laden dazu ein, einen Nachmittag in der Stadt zu verbringen. In der Casa Eurabia erlebt ihr eine Reise ins ferne Marokko und könnt euch mit mediterranen, teils handgefertigten Wohnaccessoires aus dem Abendland eindecken. Und auch in dem kleinen Lädchen RundesEck werden Geschirr, Deko und andere schöne Dinge verkauft – alles im skandinavischen Stil. Ziemlich außergewöhnlich sind die handgefertigten Modeaccessoires, die es im Atelier Haut ab – Handgefertigte Lieblingsstücke aus Fischleder und Co. zu entdecken gibt. Wie der Name schon verrät, wird hier nämlich mit Leder aus Fischhaut gearbeitet. Die Häute werden regional von Fischern aus der Nachbarschaft bezogen.

Wie bereits erwähnt, hat die Schlei zu viele spannende, inspirierende und romantische Orte zu bieten, als dass ich sie euch hier alle vorstellen könnte. Deshalb: Macht euch selbst auf den Weg und lasst euch von dieser wunderschönen, idyllischen Gegend verzaubern!

Finja Schulze, © Förde Fräulein

Autor: Finja Schulze

Als Redakteurin, Autorin und Fotografin ist Finja das Gesicht der beiden Erfolgs-Blogs „Förde Fräulein“ und „Sylt Fräulein“. Finja nimmt ihre Leser mit an zauberhafte Orte in ganz Schleswig-Holstein und zeigt die Ecken, die unsere Heimat so besonders machen.