Citycamping – Flensburg, Kiel und Lübeck im Campervan | Blog | Urlaub Schleswig-Holstein
Campen in Möltenort, © Kati Vollmers© Kati Vollmers

11. September 2017

Ci­ty­cam­ping – Flens­burg, Kiel und Lü­beck im Cam­per­van

Bloggerin Kati nimmt euch mit auf ihre Tour entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste: Mit ihrem Campervan erkundet sie drei maritime Städte und berichtet von ihren persönlichen Highlights und Geheimtipps.

Ich beobachte die Segelschiffe, die den Wohnmobilstellplatz des Flensburger Industriehafens passieren. Ich entscheide mich ohne richtiges Frühstück den Weg ins Zentrum anzutreten, denn dort soll es tolle dänische Bäckereien geben. Die Sonne glitzert auf dem Wasser, als ich dem Fahrradweg in die Stadt folge. Das Panorama von Flensburg, bestehend aus alten Gebäude und Schiffen, präsentiert sich vor einer imposanten Wolkendecke! Nur zehn Minuten benötige ich, um das Ende des Hafenbeckens zu erreichen an das sich die Altstadt anschließt. Zu Fuß tauche ich in dessen Gassen ein. Ich schlendere vorbei an Souveniergeschäften, Cafes und Antikläden. Ein Hauch von Skandinavien liegt in der Luft. Vermutlich weil ich direkt vor der Migges Danish Bakery stehe. Natürlich gehe ich hinein um eine Tüte Leckereien für den Tag zu erstehen.

Während ich in meinen Puddingkringel beiße höre ich der Anekdote des vorbeigehenden Stadtführers zu: Die Schuhe die dekorativ über Leinen entlang der Norderstraße baumeln sind mittlerweile das beliebteste Fotomotiv Flensburger Touristen. Schuhe über Leinen in der Norderstraße, © Kati Vollmers© Kati VollmersWarum die Schuhe dort baumeln ist bis heute ein Mysterium. Es gibt viele Erzählungen: Vom Schuster, der nach Aufgabe seines Geschäftes die letzten Schuhe hinaufgeworfen hat bis zum genervten Ehemann der die stinkenden Schuhe der Frau entsorgte.

Im Neptun Hof verbirgt sich das Cafe Strandgut. Wenn ich nicht gerade meine gesamte Tüte dänisches Gebäck verputzt hätte würde ich halt machen, um an den kleinen Tischen der Terrasse zu verweilen. Das Ambiente in Weiß und Mint wirkt fast mediterran. Mein Weg führt mich zurück zum Hafen. Inmitten der Traditionssegler startet die MS Viking zu einer Rundtour um die Ochseninseln. Auch ein Zwischenstopp in Glücksburg ist möglich. Segelboote gleiten aufgrund des fehlenden Windes still neben uns her. Auf dem Rückweg begegnen wir der Alexandra, einem traditionellen Dampfschiff welches uns mit rhythmischen Pfeifen begrüßt.

Zurück am Hafen nutze ich den Nachmittag um die Promenade entlang zu schlendern. Bei Ben`s Fischhütte versorgen sich hungrige Besucher mit dem letzten Fischbrötchen vor der Grenze, so der Werbebanner. Ich hingegen genieße den Ausblick auf die alten Segelschiff, die wie in vergangenen Tagen an den Hafenmauern liegen.

Am nächsten Morgen säumt ein strahlender blauer Himmel meine Aussicht vom Ostufer der Kieler Förde. Ich habe Flensburg hinter mir gelassen und erkunde heute die Landeshauptstadt Schleswig Holsteins, meine Wahlheimat. Vom Campingplatz Möltenort erblicke ich den Falkensteiner Leuchtturm, der sich auf der anderen Uferseite emporhebt. Ich entspanne mich bei offener Hecktür und beobachte die Containerschiffe, die Kurs auf den Nord-Ostsee-Kanal nehmen. Es ist noch früh, als ich mit dem Rad Richtung Heikendorf fahre. Die Ruhe, die über den kleinen Buchten entlang des Weges liegt, treibt mich dazu die Schuhe in den Sand zu werfen und die Füße in das kühle Nass zu stecken. Einige Frauen ziehen bereits ihre morgendlichen Bahnen. Am Möltenorter Strand erwacht gerade das Strandhaus: Ein liebevoll gestalteter Cafe-Pavillion mit Eiswagen.

Nach etwa zwanzig Minuten erreiche ich den Heikendorfer Hafen, wo ich auf die Fähre nach Kiel warte. Es geht zum Anleger Reventlou auf der Westseite der Förde. Der Anleger befindet sich an der bekannten Kiellinie, der ich Richtung Nord-Ostsee-Kanal folge. Doch anstatt diesen durch die Hochbrücke zu überqueren nutze ich die Personenfähre, die von Ufer zu Ufer pendelt. Sobald sie Gas gibt wirkt es, als würde die kleine Fähre jeden Moment kentern. Keine Angst: Bisher ist dies noch nie geschehen!

Auf der anderen Seite angekommen benötige ich nur wenige Minuten bis zum Thiessenkai. Schiffercafé am Thiessenkai, © Kati Vollmers© Kati VollmersMein Ziel ist das Schiffercafe, welches in der Vergangenheit die Seefahrer, die durch den Nord-Ostsee-Kanal fuhren, mit Werkzeug, Haushaltsmitteln und Co. versorgte. Heute ist es ein beliebter Treffpunkt und besticht mit seiner alten, grün leuchtenden Einrichtung. Am Kai liegen Traditionssegler, die sich für die nächste Reisegruppe vorbereiten. Ein buntes Treiben sorgt für gute Stimmung an diesem Sonntag. Ich freue mich über das Langschläfer Frühstück bis 14 Uhr, während ich den Möwen zuhöre.

Zurück in der Stadt nutze ich die Walk & Explore Kiel App. Obwohl ich in Kiel wohne, lasse ich mich immer noch gerne von der Stadt überraschen. Ich entscheide mich für einen Sparziergang durch den alten Botanischen Garten. Am höchsten Punkt befindet sich ein Pavillon mit einer Kuppel. Im Winter, wenn die Bäume karg sind, liebe ich es von dort aus auf die Förde zu blicken. Mein Weg führt mich entlang des Schlossgartens, den kleinen Kiel und den Klostergarten. Vom Anleger des Schlossgartens erwische ich die Fähre zurück ans Ostufer. In Möltenort angekommen lasse ich den Sommerabend ausklingen und beobachte die großen Fährschiffe bei Ihrer Ausfahrt auf die Ostsee.

Am dritten Tag meiner Reise erreiche ich Lübeck. Ich liebe die kleine Stadt mit ihren Türmen und Ganghäusern. Bei 20 Grad nutze ich die Chance um draußen zu frühstücken. Das Cafe Fräulein Brömse ist versteckt im Hof des Europäischen Hansemuseums. Hier arrangieren sich moderne Möbel mit Blumentellern und Gräsertapeten. Das Frühstück erreicht mich liebevoll angerichtet. Die Marmeladen sind mein absoluter Geheimtipp! Gestärkt schlendere ich durch die Gassen der Altstadt. Die Fleischhauer- und die Hüxstraße sind ideal um ein wenig zu bummeln. Ich mache mich auf den Weg zurück zum Campervan, den ich bereits auf dem Wohnmobilplatz an der Trave geparkt habe. Mit dem Fahrrad geht es ins Naturreservat Schellbruch. Ganz allein stehe ich an der Trave und genieße die Ruhe. Der kleine Weg folgt dem Gewässer und führt mich durch die Schilf-Landschaft. Von einem Aussichtspunkt aus sehe ich hunderte Gänse auf einer der Wiesen verweilen. Bei Sonnenschein lassen sich die kleinen Ponys, denen ich auf meinem Weg begegne, vergnügt von mir füttern.

Zurück in der Stadt genieße ich das gute Wetter am Krähenteich. Von hier aus habe ich einen tollen Blick auf das Naturfreibad Falkenwiese. Dort springen zwei Kinder unentwegt von der Badeplattform in den See, während ich mein Wassereis vernasche. Dennoch werde ich langsam hungrig. Also entscheide ich mir eine Stärkung zu gönnen. Der beste Burger Lübecks wurde mir bei Leo`s Juice und Burger versprochen. Das muss ich auf jeden Fall testen. Nachdem ich den Bestellvorgang, der einem Fragebogen ähnelt, ohne Fehler erledigt habe, fliegt bereits nach kurzer Zeit ein Burger samt Hausfritten heran. Ob es der beste Burger Lübecks ist kann ich nicht beurteilen, aber er war Den Abend gemütlich in der Bar “Tonfink” ausklingen lassen, © TA.SH© TA.SHextrem lecker und die Hausfritten waren die Besten, die ich bisher hatte.

Ich mache mich auf den Weg zum Tonfink, einer Bar in der Großen Burgstraße. Hier finden regelmäßig Konzerte von Musikern statt die noch für den „Hut“ spielen! Oder wie im Tonfink für eine schwarze Mops-Spardose, die das Geld der Zuschauer einsammelt. An diesem Abend spielt Lion O. King, ein Musiker der so gerne Amerikaner wäre, dass er einen perfekten Akzent auf der Bühne dar bietet. Neben dem Akzent besticht er auch durch sein Können. Bei wunderschönem Gitarrensound versüßt er mir den Abend mit Bier und Salzstangen in Lübecks Kulturcafe.

 

Kati Vollmers, © Kati Vollmers

Autor: Kati Vollmers

...reist als Gastbloggerin durch’s Land und ist auf der Suche nach Glücksorten für Camper in Schleswig-Holstein und inspiriert Urlauber auf ihrem eigenen Blog Cruising Campers Blog